Die Nordseeinsel Wangerooge war über 30 Mal das Ziel unserer Urlaubsfahrten. (Übrigens zählt Wangerooge nicht zu den ostfriesischen Inseln, weil sie zum Wangerland gehört.) Wenn man sozusagen auf einer solchen Insel heimisch wird, lernt man viele Menschen kennen und aus diesem Kennenlernen entwickeln sich dann Bekannt- und Freundschaften. Eine Bekanntschaft galt dem früheren Inhaber des Restaurants Wooge in der Zedeliusstraße und dort lernte ich auch den damaligen Küchenchef Kalli Brinkmann kennen (der leider vor kurzem verstorben ist).
Kalli Brinkmann hat in der Zeitschrift Moin von Wangerooge seine Inselerinnerungen veröffentlicht. Auf Wangerooge fing er als Koch im Bünde Heim an. Das Heim nahm Kinder für einen mehrwöchigen Nordseeurlaub auf, Kalli Brinkmann hatte dort in den 50er Jahren als Koch angeheuert. Das Bündeheim stand ganz im Osten der Insel – jenseits des Deichschutzes wurden die Gebäude wegen möglicher Sturmfluten auf Stelzen gebaut. Es versteht sich, dass es in der Küche keinen Induktionsherd gab – gekocht wurde auf Holz- oder Kohlenfeuer.
Auch der Fähranleger war damals noch im Osten der Insel. Wegen ständiger Versandung wurde er 1958 aufgegeben – das Bündeheim blieb noch, bis es 1970 aufgegeben wurde. Kalli Brinkmann hat seine Erinnerungen in 4 Texten in Moin von Wangerooge festgehalten. Im ersten Text veröffentlichte er das Rezept seiner Mutter für den Matjessalat, den ich hier mit nur ein zwei Änderungen wiedergebe. Um es gleich zu sagen: der Matjessalat ist durchaus opulent und besteht aus zahlreichen Zutaten, allen voran natürlich aus Matjes.

Zutaten:
- 10 Matjesfilets (z.B. Emder Matjes)
- 200 g Rindfleisch gekocht
- 2-3 rote Bete gekocht
- 3 Eier
- 2-3 Gewürzgurken
- 1 Zwiebel
- 3-4 Salatkartoffeln gekocht
- 1 Apfel (steht so im Rezept, halte ich für optional – geeignet sind feste säuerliche Sorten wie Boskop oder Elstar)
- 150 g Mayonnaise und 150 g Sahnejoghurt
- Salz, etwas Apfelessig, Sonnenblumenöl, Gurkenwasser
Die Matjesfilets werden in Stücke geschnitten, alles andere gewürfelt und vermischt. Ich gebe neben dem Gurkenwasser auch noch etwas Essig und Öl dazu. Der Clou ist dann das Dressing aus Mayonnaise und Joghurt. Die Mischung macht den Salat tatsächlich leichter und besser bekömmlich. Dazu passt ein Schwarzbrot der Bäckerei Kruse von Wangerooge – oder anderes gutes Schwarzbrot.





