Kartoffelsuppe mit Nordsee-Garnelen

Wir sind ein paar Wochen an der Nordsee gewesen, so wird die Küche auch etwas nordischer. Dieser Tage gab es Kartoffelsuppe mit Garnelen. Oder heißen sie Krabben? Oder Granat?

Sind Garnelen Krabben?

Gut, glauben wir Herbert Birle (Die Sprache der Küche), dass unsere Krabben keine sind, da Krabben Kurschwanzkrebse sind (also runde Körper haben und mit Scheren versehen sind), Garnelen dagegen Langschwanzkrebse. Weitere korrekte Bezeichnungen sind Nordseegarnelen oder Granat (von der Farbe, die sie beim Kochen annehmen).  Auch das Französische unterscheidet die crevette grise (grau sind sie, bevor sie gekocht sind) von der crabbe, ebenso das Holländische, wo Garnelen garnaal oder gamba (dies wahrscheinlich durch historisch-spanischen Einfluss) und Krabben krab  genannt werden. Aber unser Sprachgebrauch wird durch die zoologische Kategorisierung keineswegs irritiert und so sprechen wir getrost nach wie vor vom Krabbenbrötchen, dem Krabbenkutter und dem Krabbenfischen.

Garnelen-Kartoffelsuppe

Die Garnelen-Kartoffelsuppe

500 ml Gemüsebrühe
500 gr Kartoffeln
750 gr Granat (entspricht etwa 350 gr Garnelenfleisch)
200 ml Sahne oder Créme fraîche
Salz, Pfeffer und Petersilie oder Dill
Das Rezept ist denkbar einfach, hat allerdings eine kleine Barriere eingebaut (davon gleich): in einem halben Liter Gemüsebrühe koche ich 5-6 mittlere Kartoffeln (vorwiegend festkochend, ich hatte hier die Sorte Linda, die als festkochen verkauft wurde, aber sich sehr gut eignete). Wenn sie gar sind, püriere ich sie mit dem Pürierstab, gebe Sahne dazu, salze und gebe – wenn vorhanden – etwas Dill oder Petersilie dazu. Zuletzt die (gepuhlten) Garnelen dazugeben und noch einmal durchziehen lassen. Wer nicht an der Nordsee direkt Granat kaufen kann, kann selbstverständlich zu Shrimps greifen oder anderen Langschwanzkrebsen.

Gepuhlter Granat
Gepuhlter Granat

Garnelen – Granat puhlen

Zur angekündigten Barriere: Die meisten gefangenen und gekochten Nordseegarnelen werden nach Marokko verschifft, wo sie von Hand gepuhlt werden. Panzer und Garnelenfleisch kommen dann getrennt wieder zurück. In der EU ist das Puhlen von Hand aus hygienischen Gründen verboten und so wechselt man einfach mal den Rechtsraum und schon geht’s. Ich kaufe Granat nur, wenn ich direkt an der Nordsee/Atlantik bin und ihn selbst puhlen kann. Das ist mit etwas Übung gar nicht so schwierig, man nimmt den Körper (Langschwanzkrebs!) in die Rechte, Kopf in die Linke (Linkshänder anders herum) und dreht Kopf und Körper gegenläufig. Der Panzer besteht aus Ringgliedern und die Drehung sollte den ersten vom zweiten Ring hinter dem Kopf lösen. Dann kann ich den hinteren Panzer abziehen und das Fleisch vom Kopf lösen. Garnelen häuten sich in der Wachstumsphase, manche haben dann einen dünnen Panzer, der sich fast wie Papier anfühlt, hier ist das Verfahren das gleiche, aber etwas fummeliger. Die leeren Panzer lege ich manchmal noch ein paar Minuten in die Gemüsebrühe und lasse sie dort durchziehen, bevor ich die Kartoffeln darin koche. So bekommt die Brühe eine kräftigere Geschmacksnote.

Im abgebildeten Gericht sind noch kleine Lachsstücke und Champignons zu sehen. Wer mag, kann dem Ganzen auch einen orientalischen Hauch mit Massala oder Cumin und Curry verleihen, ggf. wird sich hier Kokosmilch statt Sahne anbieten. Die Kombinationsmöglichkeiten des Grundrezeptes sind quasi unendlich. Übrigens passt hier m.E. Schwarzbrot auch sehr gut dazu.

Garnelen-Kartoffelsuppe

Die Suppe kann schnell zubereitet werden - sieht man vom Aufwand des Granat-Puhlens ab. Aber da kann man natürlich auch zu Ersatz greifen wie Shrimps oder ähnlichen Langschwanzkrebsen.

Zutaten
  

  • 500 gr Kartoffeln, mehlig kochend
  • 500 ml Gemüsebrühe
  • 750 gr Granat (entspricht etwa 350 gr Krebsfleisch)
  • 200 ml Sahne

Salz, Pfeffer, Dill oder Petersilie gehackt

    Anleitungen
     

    • Granat puhlen
    • Gemüsebrühe aufkochen, ggf. Garbelenpanzer kurz darin ziehen lassen und wieder abseihen
    • Kartoffeln in der Brühe kochen und wenn sie gar sind pürieren
    • Sahne hinzufügen, mit Salz und Pfeffer abschmecken,
    • Garnelen zufügen und in der heißen Suppe ziehen lassen
    • Zuletzt Dill oder Petersilie hinzufügen und servieren

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